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Herbst im Grazer Kunstverein

Aimée Zito Lema und Becket MWN
The Actress
24. September – 17. Dezember 2021
Eröffnung: 24. September 2021, 19 Uhr


Bild Courtesy die Künstlerin/der Künstler
 

Im Projekt The Actress werden Fragestellungen rund um Sprache, Aussprache und Subjektivität behandelt. In ihrer gemeinsamen Arbeit erforschen die Künstler*innen Becket MWN und Aimée Zito Lema die Zusammenhänge zwischen Sprache, Erinnerung und Bewegung, indem sie mit Schauspielerinnen in einem Prozess von dokumentierten Proben zusammenarbeiten. 
 
Im Zentrum dieses Prozesses steht ein Skript, verfasst von Becket MWN und inspiriert von Clarice Lispector, in dem sich Denkmuster ihren Weg von Termitenhügeln über Zigarettenrauch zu Küstenlöchern im Gedächtnis einer imaginären Figur bahnen.
 
Zurück am Festland, in der schwarzen Box eines Probestudios, arbeitet eine Schauspielerin mit einer Theaterregisseurin zusammen, um die Sprache des Skripts einzuüben. Dabei werden Worte und Phrasen mit leicht choreographierten Bewegungen des Körpers verknüpft. 
 
Der Film wurde in Amsterdam und Buenos Aires gedreht und somit wurde dasselbe Szenario mit einer anderen Regisseurin und Schauspielerin unterschiedlichen Alters wiederholt. Sie rezitiert dasselbe Skript in einer anderen Sprache, um die Verschiebungen zu erforschen, die durch diese Unterschiede hinweg entstehen. 
 
Der gesamte Prozess wird von Kameras dokumentiert, die zwei verschiedene Perspektiven auf die Situation erfassen: eine, die den Lernprozess von außen offenlegt, und eine andere, die die innere Perspektive der Schauspielerin repräsentiert. Das Resultat im Ausstellungsraum ist eine Mehrkanal-Videoinstallation, die den Betrachtenden in mehrere Szenen der Darstellung gleichzeitig eintauchen lässt.
 
Aimée Zito Lema und Becket MWN arbeiten mit Worten. Sie arbeiten auch mit Menschen, Ideen, Subjektivität, Kameras, Körpern, Gesten, Bildschirmen und Zeit. The Actress ist eine unmittelbare Untersuchung eines Denkprozesses, auf der Suche nach einem Moment, in dem das Denken durch auswendig gelernte Wörter und Sprachakte und Bewegungen bis zum Punkt der performativen Transformation entrückt oder versetzt wird.
 
Die bildende Künstlerin Aimée Zito Lema (geb. 1982) beschäftigt sich in ihrer Praxis mit Fragen um das soziale Gedächtnis und den Körper als Mittel des Widerstandes. Sie wurde in Amsterdam geboren und wuchs in Buenos Aires auf, weshalb sie sich mit den historischen Narrativen der Niederlande sowie jenen von Argentinien identifiziert. Zito Lema arbeitet in den Bereichen Fotografie, skulpturale Installation und Video. Sie studierte an der Universität der Künste (UNA), Buenos Aires, der Gerrit Rietveld Academy, Amsterdam, und absolvierte ein Masterstudium in Künstlerischer Forschung an der Königlichen Akademie der Künste, Den Haag. Ihre Arbeit wurde in Einzelausstellungen am Calouste Gulbenkian Museum, Lissabon (2018), und in der Kunsthalle Trondheim (2017) gezeigt. Sie war Teil von Gruppenausstellungen bei De Apple, Amsterdam (2018), MACBA, Barcelona (2017), und Centre Pompidou, Paris, und Málaga (2016). Sie nahm außerdem an der Gwangju Biennale (2016) teil. Von 2015–2016 war Zito Lema Artist in Residence an der Rijksacademie voor Beeldende Kunsten in Amsterdam.
 
Becket MWN (geb. 1984) ist  Schriftsteller und Künstler und lebt in Amsterdam. Seine neuesten Projekte beschäftigen sich mit der Beziehung von Sprache, Sprechen und der Inszenierung des Selbst, um aktuelle Formen von politischer Subjektivität zu hinterfragen. Seine künstlerische Arbeit ist meist textbasiert und beinhaltet (Sound)-Installationen, Publikationen und Performances. Er absolvierte seinen MFA 2014 an der University of Southern California und war Resident an der Rijksakademie in Amsterdam von 2015–2017. Seine Werke wurden kürzlich bei Broadway, Amsterdam (2020), Motto Books, Berlin (2020), SculptureCenter, New York (2019), TG Gallery, Nottingham (2019), Kunstfort bij Vijfhuizen, Haarlem (2019), Root Canal, Amsterdam (2019) und Vleeshal, Middelburg (2018), ausgestellt.
 
Die Künstler*innen werden freundlicherweise von Mondriaan Funds und Stichting Dommering Fond unterstützt. The Actress wird koproduziert von If I Can’t Dance, I Don’t Want To Be Part Of Your Revolution, Amsterdam, Mercer Union, a center for contemporary art in Toronto, steirischer herbst '21, Graz, und Grazer Kunstverein.