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Sommer im Grazer Kunstverein
7. Juni – 3. August 2018

Pressekonferenz: Donnerstag 7. Juni, 10 Uhr
Eröffnung: Donnerstag 7. Juni, 19 Uhr


Nadia Belerique
On Sleep Stones


Nadia Belerique, Bed Island (Don’t Sleep), 2016
Installationsdetail, La Biennale de Montréal. Foto: Guy L’Heureux. Bildcourtesy des Künstlers und der Oakville Galleries.

Nadia Belerique (geb. 1982, Kanada) ist als Künstlerin in Toronto, Kanada, beheimatet. Ihr Ansatz zur skulpturalen Praxis wird von ihrem Hintergrund im Bereich der Fotografie beeinflusst. Beleriques Installationen beschäftigen sich mit der komplexen Natur der Wahrnehmung, während sie die Rolle von Bildern und ihre Performativität in der zeitgenössischen Kultur in Frage stellen. Indem sie ein früheres Werk mit dem Titel Have You Seen This Man? neu bearbeitet, erweitert sich Beleriques neue großformatige Installation im Grazer Kunstverein auf Vorstellungen rund um die Begriffe von Zeit und Bewegung, Erinnerung und Impressionen. Der Ausstellungstitel ist einem Prosagedicht der kanadischen Autorin Anne Carson aus ihren „Short Talks“ entnommen (ursprünglich 1992 veröffentlicht). Short Talk On Sleep Stones denkt über die letzten dreißig Jahre im Leben der französischen Bildhauerin Camille Claudel nach. Nadia Belerique wird von der Daniel Faria Gallery, Toronto, repräsentiert und hat international an Orten wie den Oakville Galleries, der Gwangju Biennale, in der Tensta Konsthall und in The Powerplant in Kanada ausgestellt.

Nadia Beleriques Residency im Sommer und ihre Produktion neuer Arbeiten wird dankenswerterweise vom Canada Council for the Arts gefördert.


Christian Nyampeta
Words After the World


Christian Nyampeta, Videostill von Words after the World, 2017
Bildcourtesy des Künstlers.

Christian Nyampeta (geb. 1981, Ruanda) ist ein Künstler aus New York, USA. Er arbeitet interdisziplinär in den Feldern Kunst, Design und Kunsttheorie und erkundet in seiner Arbeit unser Zusammenleben und die Komplexitäten, die das Miteinandersein mit sich bringt. Sein Film Words After the World wurde vom Camden Arts Centre in Auftrag gegeben, während seiner Residency gedreht und später in seiner Einzelausstellung im Museum gezeigt. in dieser Zeit organisierte Nyampeta ein Scriptorium – eine Arbeitsgruppe – in der frankophone Texte von Philosophen wie Bourahima Ouattara übersetzt wurden. Dies entwickelte sich zur Produktion eines Filmdrehbuches. Die daraus resultierende Arbeit beschäftigt sich mit dem Potenzial von Sprache und Übersetzung angesichts der Konfrontation mit Prozessen des Totschweigens und der Verfolgung. Derzeit ist er mit dem Begriff des „Denkens“ und „Schreibens“ im heutigen Afrika befasst; Nyampetas jüngste, fortlaufende und noch künftige Präsentationen, Ausstellungen und Beiträge sind in Dakar, Philadelphia, Vancouver, Lesotho Kigali und in Stockholm zu sehen.


Cesare Pietroiusti
Non-Functional Thoughts


Cesare Pietroiusti, Non-Functional Thoughts, Ausgabe von 1997
Bildcourtesy des Künstlers.

Cesare Pietroiusti (geb. 1955, Italien) ist ein Künstler aus Rom, Italien. Seine Kunstpraxis war ein wichtiger Einfluss für eine Generation junger KünstlerInnen, die mit konzeptuellen Praktiken arbeiten. Pietroiustis Hintergrund in Psychologie und sein Interesse an Wirtschaft haben seinen Zugang zur Kunstproduktion beeinflusst. In seiner Arbeit fokussiert er häufig problematische und paradoxe Situationen, die in normalen Beziehungen und häufig ausgeführten Handlungen verborgen liegen. 1997 publizierte er zum ersten Mal seine Broschüre Non-Functional Thoughts. Sie enthält ungefähr einhundert nutzlose, ungewöhnliche oder ungereimte Ideen, die von jedem als Mikro-Kunstprojekte realisiert werden können. Zu einer Zeit, als Kunst immer instrumentalisierter wurde, als Menschen kategorisiert und durch polarisierende Kräfte wie Rechts und Links geteilt wurden, diente die Arbeit Non-Functional Thoughts als zeitgemäßes instruktives Pamphlet darüber, wie es möglich sein könnte, sich mit Menschen von einer sowohl spielerischen wie kritischen Perspektive aus zu verbinden.


Triple Candie
If Michael Asher


Ausstellungsansicht von Triple Candie: If Michael Asher, als Teil von Frühling 2018 im Grazer Kunstverein. Fotografie von Christine Winkler.

Triple Candie (Shelly Bancroft and Peter Nesbett) ist eine in den USA ansässige, avantgardistische kuratorische Produktionsagentur, die mit Museen und zeitgenössischen Kunsträumen für Ausstellungen über Kunst zusammenarbeitet, im Allgemeinen aber von diesen unabhängig agiert. Im Laufe des Jahres 2018 wird Triple Candie einen vielschichtigen Beitrag zu Werk und Erbe des amerikanischen Konzeptkünstlers Michael Asher herstellen.

Part I von Triple Candies Beschäftigung mit dem Grazer Kunstverein (gezeigt von 9. März – 19. Mai) besteht aus einer spekulativ aufgebauten Wand inmitten eines aktiven Ausstellungsraums und wird von der folgenden Notiz begleitet:

Der Grazer Kunstverein hat seit seiner Gründung 1986 zahlreiche Gebäude genutzt. Er zog in seinen derzeitigen Standort, dem Palais Trauttmansdorff, 2010 ein und nutzte zuerst die tonnengewölbte Hauptgalerie und eine Reihe von Räumen direkt nach Osten. Die Eingangstür aus dem Innenhof führte direkt in die Hauptgalerie. Die Verwaltungsbüros waren an einem Ende, hinter einer weißen, freistehenden halbhohen Wand. 2013 fügte der Kunstverein die nach Westen anschließenden Räume hinzu. Ein Verbindungsgang wurde hinter dem Bürobereich geschlagen um die beiden Einheiten zu verbinden, die halbhohe Wand wurde entfernt und das Büro und die Eingangstüre wurden verlegt.

Wir sind darin interessiert wie diese Veränderungen der Architektur des Grazer Kunstvereins mit der Zeit in das Gedächtnis der Besucher eindringen und ihre Erlebnisse und Erwartungen beeinflussen. Wir schlagen eine Wiederherstellung der halbhohen Wand in der Hauptgalerie vor. Sie wird an ihrem ursprünglichen Ort liegen, aber wird nicht mehr das Büro verstecken oder als neutraler Teil der Architektur der Galerie existieren. Sie wird den neuen Erschließungspfad behindern und teilweise den Zugang zu einer anderen Ausstellung im selben Raum verschleiern.