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20.04. - 09.06.2012 | Tanja Widmann

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Fotos: Christine Winkler | Courtesy: Grazer Kunstverein

20.04. - 09.06.2012 | Tanja Widmann: eine von euch

Eröffnung | Opening
20. April 2012 | 20 April 2012

Ausstellungsdauer | Duration of the exhibition
21.04. - 09.06.2012 | 21 April until 09 June 2012


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(scroll down for english version)

Tanja Widmanns Arbeiten ereignen sich an den Schnittstellen der Medien und Disziplinen: zwischen Sprache und Performance, Objekt und Video, Text und Installation, zwischen theoretischer Reflexion und künstlerischer Spekulation. Im Anschluss an historische Konzepte der videobasierten Performance untersucht Tanja Widmann das Potential von Sprache sowohl in ihrer Offenheit und Eigenlogik, wie auch in ihrer Funktion als soziales Machtinstrument und ihrer Rolle in der performativen Konstruktion von Subjektivität.

Mit der für den Grazer Kunstverein neu produzierten Ausstellung eine von euch begibt sich Tanja Widmann auf eine Zeitreise in die Gegenwart – sie kehrt zurück an eine historische Schwelle, die als Ursprung unserer gegenwärtigen Wirtschaftsordnungen und Arbeitsökonomien wie auch den damit einhergehenden (und daraus resultierenden) Strukturen sozialer Netzwerke und Subjektpositionen gelesen werden kann. Zugleich verbindet eine von euch diese politisch-ökonomischen Debatten als spekulative Konstellation in feministischer Perspektive mit Fragen nach dem Verhältnis von künstlerischer Autorenschaft, kollektiver Produktion wie auch dem Status von Werk, Ware und Objekt.

Zentrum und Ausgangspunkt von eine von euch bilden Tanja Widmanns Videoperformances, die auf den drei Monitoren in den Haupträumen der Ausstellung zu sehen sind. Diese wiederum basieren auf disjunktiven Textcollagen, Cut-Ups und Montagen, die sich ein auf den ersten Blick äußerst divergentes Spektrum von Texten, Sprachformen und Sprechweisen einverleiben: angefangen mit frühen Reden von Margarete Thatcher aus den späten 70er Jahren, über die Forschungsergebnisse der feministischen Primatologin Sarah Blaffer Hrdy, die in den frühen 80er Jahren das Sozial- und Aggressionsverhalten weiblicher Menschenaffen untersuchte, über Frederick Wisemans Beobachtung wissenschaftlicher Forschungspraktiken in seinem Film ‚Primate’ (1974), Felix Guattaris psychoanalytischen Sitzungen mit seinem Patienten R.A ., einigen Features der populären BBC-Wildlife Serie, Jean-Luc Godard’s Film ‚Sauve qui peu (la vie) von 1980, bis hin zu zeitgenössischen Künstlerblogs und der ödipalen Logik von Britney Spears Song ‚Mmm Papi’.

Tanja Widmann organisiert das für die Videoperformances verschnittene Textmaterial in drei Kapiteln, die den drei Drehtagen der Produktion entsprechen: Day 1: Behaviour (mittlerer Raum), Day 2: Functional Anatomy/Sex (erster Raum), Day 3: Economy/Ecology (letzter Raum). Als Performer setzt sie keine professionellen Darsteller ein, sondern junge Künstler, die sie für ihre Projekte castet. Das Collagenhafte ihrer Scripts tritt so im Augenblick seiner Performanz in eine weitere Schleife der Reproduktion ein, die nicht auf eine möglichst ‚treue’ Aufführung des Textmaterials zielt, sondern bewusst mit Momenten der Improvisation, der Auslassung und des Scheiterns arbeitet. Der produktive Aspekt dieser Strategien der textuellen wie auch performativen Aneignung, die sich im Spiel von Wiederholung und Differenz artikulieren, spiegelt sich auch in der Form, in der Widmann ihr ‚Arbeitsmaterial’ ausgehend von den Videoperformances als Installation extrapoliert und verräumlicht.

Ergänzt durch Objekte, Materialien und Displayelemente, die Tanja Widmann zum Teil aus den Props der Videoperformances übernimmt und mit Elementen aus den Lagerbeständen der Institution kombiniert, treten die Gegenstände aus dem virtuellen Raum der Screens in den realen der Ausstellung über und somit in neue Konstellationen und Verweissysteme ein. Wie die für die Videoperformances collagierten Textmontagen, so bewahrt auch der Prozess der installativen Einrichtung der Ausstellung ein zentrales Moment der Vielstimmigkeit. Dies zum einen, indem Widmann die etwa in filmischen Produktionen selbstverständlichen Formen kollektiver Arbeitszusammenhänge auf das Terrain der Kunst überträgt und das Set-Up der Grazer Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Künstler Johannes Porsch entwickelt. Zum anderen aber auch, indem sie Arbeiten anderer Künstler – hier etwa die Stickereien von Tonio Kröner, der als einer der Akteure in den Videoperformances agiert, wie auch eine Malerei von Albert Oehlen, die den Beständen der Artothek des Kunstvereins entstammt – in ihre Installation integriert und in ein Spannungsverhältnis zu den übrigen Objekten und Materialien im Raum setzt.

Tanja Widmann (*1966, Villach/A) lebt und arbeitet in Wien. Sie ist Künstlerin, Autorin, Kuratorin und Dozentin an der Universität für angewandte Kunst, Wien. Zahlreiche Performances, Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, zuletzt u.a. Generali Foundation, Wien (2011), Manifesta 8, Murcia (2010), Augarten Contemporary (2009) und kunstraum lakeside, Klagenfurt (2009).


Die Ausstellung Tanja Widmann: eine von euch wird in Kooperation mit dem Badischen Kunstverein, Karlsruhe und tranzitdisplay, Prag produziert.


Veranstaltungen / Events

Performance von Tanja Widmann
this is how (the artist is present) oh yeah
performed by Ulrike Köppinger
Freitag, 4. Mai 2012, 20 Uhr
im Rahmen von aktuelle kunst in graz Galerientage 2012

Künstlergespräch mit Tanja Widmann
Dienstag, 29. Mai 2012, 19 Uhr

CMRK
Am Freitag, den 20. April 2012 eröffnen ab 18 Uhr zur jeweils vollen Stunde der Grazer Kunstverein, Camera Austria, Kunstverein Medienturm und <rotor> ihre Ausstellungen, die an diesem Abend alle von 18 – 22 Uhr geöffnet sind.

Ausstellungen im Dialog
Kuratorenführung durch CMRK Ausstellungen mit Anton Lederer am Mittwoch, den 16. Mai um 15 Uhr und Sandro Droschl am Freitag, den 1. Juni um 15 Uhr. Treffpunkt ist jeweils der Grazer Kunstverein.

(English version)

Tanja Widmann: eine von euch

Tanja Widmann’s works emerge at the intersections of media and disciplines: between language and performance, object and video, text and installation, between theoretical reflection and artistic speculation. Following from historical concepts of video-based performance, Tanja Widmann investigates the potential of language in both its openness and its intrinsic logic, as well as in its function as a social instrument of power and its role in the performative construction of subjectivity.

With the exhibition eine von euch [one of you], newly produced for the Grazer Kunstverein, Tanja Widmann embarks on a journey through time to the present – she returns to a historical threshold that can be considered the origin of our contemporary economic orders and labor economies, as well as of the concomitant (and resultant) structures of social networks and subject positions. At the same time, eine von euch conjoins these political-economic debates as a speculative constellation in a feminist perspective with questions of artistic authorship and collective production as well as the status of work, commodity and object.

The center and starting point of eine von euch are Tanja Widmann’s video performances, which can be seen on the three monitors in the main rooms of the exhibition. These are in turn based on disjunctive text collages, cut-ups and montages. At first glance they seem to incorporate an extremely divergent spectrum of texts, language forms and modes of speaking: starting with early speeches by Margaret Thatcher from the late 70s, through the research findings by the feminist primatologist Sarah Blaffer Hrdy, who investigated the social and aggression behavior of female apes in the early 80s, through Frederick Wiseman's observation of scientific research practices in his film ‘Primate’ (1974), Felix Guattari's psychoanalytical sessions with his patient R.A., several features from the popular BBC wildlife series, Jean-Luc Godard's Film “Sauve qui peu (la vie)” from 1980, all the way to contemporary artist blogs and the oedipal logic of Britney Spear’s Song “Mmm Papi”.

Tanja Widmann organizes the text material edited for the video performances in three chapters, which correspond to the three days of shooting for the production: Day 1: Behaviour (middle room), Day 2: Functional Anatomy/Sex (first room), Day 3: Economy/Ecology (last room). She uses no professional actors as performers, but rather young artists that she casts for her projects. What is collage-like about her scripts thus enters into a further loop of reproduction in the moment of performance. Rather than a performance of the text material that is as “faithful” as possible, the aim is to purposely work with moments of improvisation, omission and failure. The productive aspect of these strategies of textual and performative appropriation, which is articulated in the interplay of repetition and difference, is also mirrored in the form, in which Widmann extrapolates and spatializes her “working material” based on the video performances.

Augmented with objects, materials and display elements that Tanja Widmann partly takes over from the props for the video performances, combining them with elements from the storeroom of the institution, the objects move from the virtual space of the screens into the real space of the exhibition, thus entering into new constellations and reference systems. Like the text montages collaged for the video performances, the process of the installative set-up of the exhibition also preserves a central moment of polyvocality. This is partly due to the way Widmann transfers forms of collective working contexts which are, for instance, taken for granted in film production, to the terrain of art, and through the set-up of the exhibition in Graz, which was developed in collaboration with the artist Johannes Porsch. Yet it is also due to the way she integrates works by other artists – in this case the embroidery work by Tonio Kröner, who takes part in the video performances as one of the actors, as well as a painting by Albert Oehlen from the holdings of the artotheque of the Kunstverein – putting them into a charged relation to the other objects and materials in the space.


Tanja Widmann (*1966 in Villach, Austria) lives and works in Vienna. She is an artist, author, curator and lecturer at the University of Applied Arts, Vienna. Numerous performances, exhibitions and contributions to exhibitions, most recently including Generali Foundation, Vienna (2011), Manifesta 8, Murcia (2010), Augarten Contemporary (2009) and kunstraum lakeside, Klagenfurt (2009).


The exhibition Tanja Widmann: eine von euch is co-produced with Badischer Kunstverein, Karlsruhe and tranzitdisplay, Prague.

Events

Performance by Tanja Widmann
Friday May 4th 2012, 8pm
this is how (the artist is present) oh yeah
performed by Ulrike Köppinger

Friday, May 4th 2012, 8pm
within the context of aktuelle kunst in graz Galerientage 2012

Artist's talk with Tanja Widmann
Tuesday, May 29th 2012, 7pm

CMRK
is a network of four independent not-for-profit institutions for contemporary art based in Graz: Camera Austria, Kunstverein Medienturm, < rotor >, and Grazer Kunstverein. On the evening of Friday 20 April 2012 all four institutions open their new exhibitions at 6pm.

Exhibitions in dialogue
Curator’s tours through all four CMRK exhibitions with Anton Lederer on Wednesday, 16th May at 3pm and Sandro Droschl on Friday, 1st of June at 3pm, both starting at Grazer Kunstverein.

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