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The Question of Participation: Urban Interstitial Production as it Responds to the Olympic Machine. 

Autor:
Margit Neuhold
Jahr:
2009
Textsorte:
Dissertation/Doktorarbeit

Abstract:

Die Arbeit untersucht Partizipation innerhalb bestimmter Konditionen, nämlich der
Implementierung von Veränderungen in der zeitgenössischen Stadt. Im Zentrum stehen die Olympischen Spiele 2012 im Bezugssystem der Metropole, London. Ein globaler Apparat, wie die Olympischen Spiele operiert durch Partizipation auf verschiedenen Ebenen: vom Staat zu Unternehmen und Institutionen wie auch durch verschiedene sozialen Sphären z. B. Arbeitnehmerschaft, Freiwillige, Athleten, Kinder, Besucher, eine globale Zuschauerschaft ...
Die Suche nach Alternativen und Gegenmodellen zur neoliberalen und spätkapitalistischen Produktion erfolgt von einem aktivistischen Standpunkt aus. Zu Beginn untersucht die Arbeit Modelle der Partizipation auf makro- und mikropolitischer Ebene. Die post-strukturalistische Analyse basiert auf Konzepten und Ideen von Michel Foucault, Michael Hardt und Antonio Negri, Gilles Deleuze und Felix Guattari. Das erste Kapitel untersucht partizipatorische Strategien der strukturellen Ebene, wohingegen das zweite Kapitel den Schwerpunkt auf die sozio-politische Ebene der urbanen Nachbarschaft legt und alternative Handlungsstrategien im Kunstkontext offenlegt.
Die Arbeit startet mit einer Untersuchung der zunehmenden Signifikanz der zeitgenössischen Stadt, als Gastgeber der Olympischen Spiele, unter den gegenwärtigen Konditionen des Spätkapitalismus und des aufsteigendem ‚Empire’, einer Zunahme biopolitischer Produktion in einer rhizomatischen Kontrollgesellschaft. Um das Operieren der Olympischen Spiele zu verstehen ist es notwending Begriffe wie Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit, Post-Publics im aktuellen Diskurs anzureißen. Hierauf basiert die Weichenstellung für das Aufkommen der modernen Olympischen Spiele (1896), als Teil der Moderne, sowie der ersten biopolitischen Bewegung, worauf sich die Kritik der Fundamental Priniciples of Olympism in der Olympischen Charter stützt.
All diese Bereiche fungieren nun als Hintergrund um das Operieren der Olympischen
Maschine—von einem zentralen Machtzentrum ausgehend—aufzuzeigen. Die grobe
chronologische Reihenfolge der Olympischen Ereignisse in London ermöglicht das
Nachspüren von Überschreibungen vorhandener Machtstrukturen wie auch deren
Neuproduktion. Aufgezeigt wird die Synthese von Macht—erworben durch die Allianz mit dem Staat—und transnationalem und lokalem Kapital. Sie reproduziert die gleichen
Strukturen: zentral, hierarchisch, überwacht und kontrolliert. Die angewandte Foucauldische Analyse legt die Produktion einer hierarchischen Disziplinargesellschaft innerhalb der rhizomatischen Kontrollgeselschaft offen.
Um diesem dystopischen Konzept von Partizipation zu entkommen, untersucht das zweite Kapitel die Olympische Produktion von einem alternativen Blickwinkel. Aufgespürt wird das Potential im sogenanntem ‚urbanen Brachland’ wie das Gebiet, das die zukünftigen Spielstätten beherbergt in typischer neoliberalen Haltung gesehen wird. Jedoch, der dafür alternativ gewählte Begriff ‚terrain vague’ verweist bereits auf das Potential der räumlichen, sozialen und biopolitischen Produktion der Mikro-Ebene’. Analysiert wird die Vielzahl der durchgeführten Projekte, deren Vielfalt weder kategorisiert noch schematisiert werden kann.
Für das Verständnis des Gesamtprojektes ist diese rhizomatische Herangehensweise an diesen Bereich signifikant. Eine genaue Beschreibung der ‚künstlerischen’ Projekte und ihrer ‚Agency’ erfolgt im Rhizomatischen Appendix. Demfolgend lautet die Anweisung diesen nicht systematischen und non-hierachischen Appendix wie folgt zu lesen: wahlweise in der Mitte zu beginnen, Ideen gegeneinander zu testen und Verbindungen zwischen den einzelnen Projekten herzustellen.
Eine rhizomatische Produktion ist als eine gleichzeitige, nicht-lineare, räumliche Übersetzung von Strömungen zu verstehen, wo zeitliche, sich ständige verändernde Allianzen gebildet werden. Ziel der Untersuchung ist es verschiedenartige Produktionen—sozial, territorial, künstlerisch—und deren erweiterte Räume aufzuzeigen. Die in diesen Strukturen entstehenden sozialen Formationen werden mit Hilfe Jean-Luc Nancy’s Verständnis von Community und Singularitäten aufgerollt. In Folge werden angewandte, meist transsektorale Praktiken untersucht.
Auf Grund der Häufigkeit im rhizomatischen Appendix wird auf erweiterte Handlungsmöglichkeiten verschiedener partizipatorische Strategien eingegangen: die
Verkettung von Kunst und Aktivismus, sowie die Vielfalt psycho-geographischer und
archivarischer Produktion. Eine Vielzahl der angewandten Methoden basiert auf Aktivierung von Erinnerungen, deren akustischer oder materieller Manifestationen und rückt zeitgenössische Formen der Archivierung und die Bedeutungen der Partizipation in den Vordergrund.



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Neuhold_TheQuestionOfParticipation.pdf
Dateigröße: 1101 kB
Hinzugefügt am: 21.1.2010
  
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