Grazer Kunstverein

 

Einführung Neues Programm | Inauguration New Program

 

Photo credit: Raivo Puusemp, Floating Pyramid, Wood, plexiglass,
48"x48"x66", 1965,
Courtesy the artist


(scroll down for english version)

 


Der Grazer Kunstverein und sein neuer Künstlerischer Leiter Krist Gruijthuijsen freuen sich, den Auftakt des neuen Programms in den frisch renovierten und erweiterten Räumlichkeiten des Kunstvereins bekanntzugeben.

Den Anfang macht: Ian Wilson

Im Schaffen von Wilson (*1940 in Südafrika) sieht der Kunstverein seine Mission widergespiegelt: die Erkundung von Beziehungen zwischen dem Gesehenen - oder Diskutierten - und dem Betrachter, sowie die aktuelle Dringlichkeit solcher Interaktion. Um den Stellenwert dieses Künstlers zu unterstreichen, widmet ihm der Grazer Kunstverein eine Dauer-Einzelausstellung, die aus einer in Auftrag gegebenen und angekauften Discussion besteht.


Der Grazer Kunstverein wird, um diesen Start zu betonen, in den kommenden Jahren seinen Innenraum erforschen, indem (neue) Möbel, Design sowie angewandte und dekorative Kunst, die ihre eigene Funktionalität analysiert, eingebracht werden. The Peacock, wie der Titel dieser durchgängigen Gruppenausstellung lautet, ist vom Konzept des Period Rooms inspiriert, einem Raum, der einen zeitlichen Moment absteckt, wie auch vom Tier selbst, welches die Vorstellung inneren und äußerlichen Stolzes verkörpert. The Peacock wird jedes Jahr einen konkreten Erzähler besitzen, der den zur Schau gestellten Arbeiten eine Narrativstruktur verleiht. Für 2013 wurde der Kurator und Autor Tirdad Zolghadr eingeladen, das Narrative zu gestalten.

Der konzeptuelle Schwerpunkt des Grazer Kunstvereins liegt in der Produktion und dem Zurschaustellen von Sprache, wobei Denkkonzepte rund um Kommunikation, Engagement und Austausch sowohl künstlerisch als auch diskursiv präsentiert werden. Das Programm wird (unterrepräsentierte) historische Avantgarde-Persönlichkeiten vis-à-vis von Kunstströmungen der Gegenwart zeigen, um deren Bedeutung und Unerlässlichkeit im Rahmen des Gedankenguts der Gegenwart aufzuzeigen. Die Herstellung von Publikationen wird daher weiterhin eine entscheidende Rolle spielen.


Der Grazer Kunstverein hebt diesen Aspekt des Engagements und Austausches hervor, indem er seine Räumlichkeiten um einen neuen Schauplatz mit dem Namen The Members Library erweitert. Dieser konzentriert sich auf das Ausstellen und die Produktion von Publikationen. Die Örtlichkeit wird aus zwei Bestandteilen bestehen: einer Bibliothek (inklusive Buchladen) und einem Ausstellungsraum (der sich Publikationen widmet). Die Bibliothekseinrichtung wird mit Büchern, die von den einzelnen Mitgliedern empfohlen wurden, 'ausgestattet'. Diese (entweder gekauften oder gestifteten) Bücher haben (auf gedanklichem Wege) eine bedeutende Rolle im Leben der Mitglieder gespielt und werden das Rückgrat unseres monatlichen diskursiven Programms bilden.
Im Ausstellungsraum innerhalb The Members Library wird 'das Buch' als Schauplatz in sich selbst, der die Übermittlung von Konzepten und die Atmosphäre der Kunst-Präsentation über die räumliche und zeitliche Distanz hinweg ermöglicht, betrachtet werden. Einzigartige (und oftmals vergessene historische) Publikationen werden ausgestellt, wie auch Publikationen, die als Skulpturen oder Performances begriffen werden sollen.

The Members Library wird im Rahmen einer dauerhaften Arbeit von Céline Condorelli präsentiert.


Kurz gefasst

Als Antwort auf die Programmierung für Besuchermassen macht unsere heutige Zeit eine Struktur der Selbstorganisation notwendig; sie verlangt nach eindringlichen, verdichteten Darbietungen, die ein lokales, nationales und internationales Publikum bedienen. Angetrieben von der Neugierde, was ein 'ideales' Publikum kennzeichnet, widmet sich der Kunstverein statt der Quantität weiterhin der Qualität der Besucher, und wird aus diesem Grund zur Debatte rund um die Konzepte von 'Öffentlichkeit' und 'öffentlichem Rahmen' beitragen.

Das neue Programm wird der Öffentlichkeit vom 9. März 2013 an zugänglich gemacht. Sein Auftakt beinhaltet die allererste europäische Einzelausstellung der Künstlerin Mierle Laderman Ukeles (US), einen Überblick über das Werk von Raivo Puusemp (EE/US) sowie als Teile von The Peacock dauerhafte und temporäre Beiträge von Nina Beier, Will Stuart, Robert Wilhite und Dexter Sinister.

 

 

(English version)

 

 

 

The Grazer Kunstverein and its new artistic director Krist Gruijthuijsen are delighted to announce the inauguration of the new program within the Grazer Kunstverein’s newly renovated and expanded premises.


To start at the beginning (and end): Ian Wilson

Wilson (*1940, South Africa) is someone in whose work the Grazer Kunstverein would like to see its mission reflected; to explore relationships between the viewed – or discussed – and the viewer and the topical urgency of such interaction.
To stress his importance to the program, the Grazer Kunstverein dedicates a permanent solo exhibition to the artist, which will display different works throughout the years as well as a commissioned and acquired Discussion.


To underline this beginning, the Grazer Kunstverein examines in the upcoming years its interior by introducing permanent or temporary (new)
furniture, design, applied and decorative arts that analyze their own functionality. The peacock, as this non-stop group show is titled, is inspired on the notion of a Period Room, a room that defines a moment in time, as well as the animal itself, one that represents a notion of internal and external pride. Each year, The Peacock has a specific narrator who will provide a structural narrative to the works on display. Curator and writer Tirdad Zolghadr is invited to shape the storyline for 2013.

The conceptual focus of the Grazer Kunstverein lies on the production and display of language in which notions around communication, commitment and exchange are presented both artistically as well as discursively. The program will display (underrepresented) historical avant-garde figures vis-à-vis current art tendencies to stress its relevance and necessity within contemporary thinking.


To underline this aspect of commitment and exchange, the Grazer Kunstverein expands its premises with a new venue, entitled The Members Library, which
concentrates on the display and production of publications. The venue consists of two elements: a library (including a bookstore) and an exhibition space (dedicated to publications). The library’s structure is ‘furnished’ with books recommended by each member. These books (either bought or donated) have played a significant role in the member’s lives (by ways of thinking) and form the backbone for a monthly discursive program.

For the exhibition space within The Members Library, ‘the book’ is viewed as a venue in itself, enabling to transmit the ideas and ambience of art presentation over spatial and temporal distance. Unique (and often forgotten historical) publications will be exhibited as well as publications that are to be seen sculptures or performances.

The Members Library is presented within a permanent work by Céline Condorelli.


In short

Our present time calls for a structure of self-organization in responds to programming for mass-audiences; it calls for urgent, concentrated presentations that feed a local, national and international audience. Driven by a curiosity of what an ‘ideal’ audience indicates, the Grazer Kunstverein continues to dedicate itself to the quality of the visitor instead of the quantity and will therefore contribute to the debate around the notion of ‘the public’ and ‘publicness’.

The new program is open to the public from the 9 th March 2013 onwards. Besides Wilson, the inauguration also includes the very first European solo show of artist Mierle Laderman Ukeles (US), a survey on the work of Ravio Puusemp (EE/US) and permanent and temporary instalments by Nina Beier, Will Stuart, Robert Wilhite, and Dexter Sinister as part of The Peacock.