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Der Grazer Kunstverein zieht auf den Markt.
BARRY und Edward Clydesdale Thomson
Musik-Performance am 3.9.2021, zu jeder vollen Stunde zwischen 11-15 Uhr, am Bauernmarkt Hofbauerplatz in Eggenberg
(Eggenberg)

 


 

Vier Ws Fünf Vordächer:
Klangstück für den Eggenberger Bauernmarkt
 
Jeden Mittwoch und Samstag von 6 bis 13 Uhr, ist der Eggenberger Bauernmarkt in Graz gefüllt mit dem Klang von Menschen die regionale Produkte kaufen und verkaufen. Den Rest der Woche wirkt der Eggenberger Bauernmarkt verlassen. Dann wird er zum Spielplatz anderer Klänge, welche meist umgebungsbedingt sind. Gebäude können Klänge nicht nur beherbergen, sondern sie können auch selbst Klänge produzieren, wenn die Hitze der Sonne auf Holz einwirkt, ein Erdbeben einen Wolkenkratzer trifft, der Wind Fliesen zum Klappern bringt, alte Türen und Fenster quietschen, der Regen auf Dächer tropft oder wenn Schritte von festen Wänden zurück hallen. Jedoch können Gebäude auch als Verkörperung von gefrorenen Klängen betrachtet werden, Klänge die in den verschiedenen Materialien welche eine Konstruktion ausmachen leben, die im Einklang miteinander sind und Laute erklingen lassen welche außerhalb dessen sind was für das menschliche Ohr wahrnehmbar ist. Barry hat das Ziel einen Klang der im Eggenberger Markt lebt, hörbar und dadurch wahrnehmbar zu machen, sodass die Konstruktion dafür wertgeschätzt wird womit sie im Einklang ist oder was sie ausdrückt, anstatt für das was diese Konstruktion beherbergt. Das Klangstück ist als Geschenk an das Gebäude beabsichtigt und ihre Umgebung (Menschen miteingeschlossen). 
 
Barry wurde in einem wilden Garten erdacht, der bereits Gebilde aus Ziegelresten, versteckte Mauern mit Schuttstücken und einen heruntergekommenen und verlassenen Schuppen überwucherte, aber immer noch ein paar Wege und einen Eingang bot, der auch als Ausgang ziemlich gut funktionierte. Das Einzige, das Barry in den Sinn kam, war: „Wenn dies die Situation ist, nehmen wir sie als Ausgangspunkt.“ Um mehr Fähigkeiten im Umgang mit Situations-Ausgangspunkten zu entwickeln, wurde Barry zu Studierenden am Piet Zwart Institut in Rotterdam, wo sie gleichzeitig als Tutoren für die Kunstwerke fungierten, die dort entwickelt wurden. Seitdem sucht Barry nicht nach Situationen, sondern wandert umher, um zu sehen, welche Situationen sich als künstlerische Ausgangspunkte ankündigen könnten. Anstatt in einem Medium zu arbeiten und darin immer besser zu werden, fand Barry heraus, dass der Umgang mit Situations-Ausgangspunkten am besten von den Medien ausgehen sollte, die für die Aufgabe erforderlich waren, wie zum Beispiel von einem improvisierten Film, einem Theaterstück, einem Kurzbesuch in ein Nicht-Museum, Poesie am Straßenrand, der Entwicklung eines neuen Buchstabens, einer Reihe von Lemmata aus einer fiktionalisierten Enzyklopädie oder einem Musikstück, das auf dem Klang eines Gebäudes basiert. Barry kann gekauft und verkauft werden, funktioniert aber am besten, wenn es den Raum gibt, eine Situation zu finden. Barry ist in den Niederlanden angesiedelt, irgendwo zwischen den relevanten Breitengraden des Zufalls.