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Winter im Grazer Kunstverein
7. Dezember 2018 – 22. Februar 2019

Der Grazer Kunstverein ist von
22. Dezember 2018 – 6. Jänner 2019 geschlossen.


Im Rahmen der Wintersaison freut sich der Grazer Kunstverein, zwei neue Ausstellungen, nämlich die der in den Niederlanden wohnhaften iranischen Künstlerin Mehraneh Atashi und der österreichischen Künstlerin Angelika Loderer, zu präsentieren. Der Eröffnung vorangestellt wird Lunch and Talks: In anticipation of leftovers, eine eintägige Veranstaltung von 14 bis 17 Uhr mit Lesungen und Performances am Freitag, 7. Dezember. Eine ganze Reihe von geladenen Gästen werden zu dem Ereignis beitragen, darunter Arnisa Zeqo, Pádraic E. Moore, Sophie Tappeiner, Collectors Agenda, The Department of Ultimology und The Institute of Things to Come. Auf das Lunch and Talks-Programm folgt die offizielle Eröffnung der beiden neuen Ausstellungen um 18 Uhr im Rahmen von CMRK.


Mehraneh Atashi
Flotsam, Jetsam, Lagan, and Derelict


Mehraneh Atashi, The limits of the earth from shore to shore, 2017

Diese wichtige neue Ausstellung der in Amsterdam lebenden Künstlerin Mehraneh Atashi verbindet ihr unverkennbares, visuelles Vokabular mit haptischen skulpturalen Elementen, die den Raum der Galerie von der Decke bis zum Boden besetzen und sich zu eigen machen. Atashi lässt einen Phoenix aus den Ruinen aufsteigen und nimmt dabei in ihrer Arbeit The Canticle of the Birds, in der Pluralität zur Singularität wird, als Ausgangspunkt. Ihre kodierte skulpturale Welt wird mit gefundenem und adaptiertem Filmmaterial und Formen zu einer Collage zusammengefügt, die auf eine Bühne aus Kratern, Dünen, Höhlen und Aushöhlungen gesetzt wird. Durch eine Erkundung der vier Arten des Schiffbruches hält Atashis Arbeit eine persönliche Reise fest und erschafft ein Universum aus Trümmern, eine Geschichte aus Abfall, zusammengesetzt zu einem Patchwork, das eine innere, sich ständig transformierende Ökologie offenbart.

Mehraneh Atashi ist eine Künstlerin aus dem Iran, die in Amsterdam lebt und arbeitet. Seit ihrem BFA in Fotografie in Teheran und ihrer postgradualen Ausbildung an der Rijksakademie in Amsterdam hat sie ein Oeuvre entwickelt, das aus Collagen, Skulpturen, Fotografie und Video besteht. Ihre Praxis wechselt thematisch zwischen Konzeptualismus und Materialität, zwischen Bilderwelt und Ikonografie, dabei erkundet sie die Möglichkeit des Werdens in statischen Systemen wie auch Konzepte des Blicks. Ihre Arbeit wurde 2014 mit dem Mondrian Stipendium for Established Artists ausgezeichnet und in experimentellen Solo- und Gruppenausstellungen in Los Angeles, London, Bratislava, Reykjavik, Berlin, Salzburg und Amsterdam gezeigt.

Flotsam, Jetsam, Lagan, and Derelict von Mehraneh Atashi wird großzügigerweise von Mondriaan Fund gefördert.


Angelika Loderer
Poems to Gadgets


Angelika Loderer, Romanze, 2018

In ihrer neuen Ausstellung fängt Loderer die Zeit ein, indem sie temporäre Modelle aus Schnee und Eis zu permanenten skulpturalen Arbeiten gießt. Die von ihr angewendete performative skulpturale Technik verzeichnet einen Augenblick des Verlusts oder der Veränderung, während sie gleichzeitig das zerstört, was sie neu auferstehen lässt. Innerhalb dieses reflexiven Prozesses und im Rahmen ihrer breiteren künstlerischen Praxis erprobt und erweitert Loderer die physikalischen Parameter ihrer Materialien. Auf diese Weise untergräbt sie immer wieder Ideen rund um den positiven und negativen Raum, um Materie und ihr Fehlen, um das Organische und Menschengemachte, die Vergangenheit und um einige mögliche Zukunftsvisionen.

Angelika Loderer, geboren 1984 in Feldbach, Steiermark, lebt und arbeitet in Wien, Österreich. Loderer studierte an der Universität für Angewandte Kunst, Wien, im Wimbledon College of Art, London, wie auch am Hendrix College, Arkansas, USA. Zu ihren neuen Solo-Ausstellungen gehört eine Präsentation in der Galerie Sophie Tappeiner, Secession, Wien, 2017; im Salzburger Kunstverein, 2016; und im Dortmunder Kunstverein, 2015. Ihre Arbeit wurde in Gruppenausstellungen in Turin, Sydney, Berlin, Frankfurt und in Mexico City gezeigt. 2016 gewann Angelika Loderer den Dagmar Chobot Prize for Sculpture. Sie wurde für den Kapsch Contemporary Art Prize 2018 nominiert. Zu den geplanten Projekten gehört die Teilnahme an einer Gruppenausstellung, die von Domenico de Chirico in Turin kuratiert wird, sowie nächstes Jahr an einer Solo-Show in der Galerie Sophie Tappeiner.


Lunch and Talks: In anticipation of leftovers
Freitag, 7. Dezember 2018, 14–19 Uhr

Mit Beiträgen von Arnisa Zeqo, Pádraic E Moore, Sophie Tappeiner, Collectors Agenda, The Department of Ultimology, und The Institute of Things to Come.


Bildcourtesy bei Fiona Hallinan

Was kann aus Trümmern und Resten entstehen? Ein eintägiges Treffen bringt KünstlerInnen, KuratorInnen, AutorInnen und ForscherInnen zusammen, um Enden wie auch neue Anfänge zu diskutieren und um die Eröffnung der Wintersaison im Grazer Kunstverein zu feiern. Die Autorin und Kuratorin Arnisa Zeqo wird einen Auszug aus einem speziell beauftragten Text lesen, der von der Präsenz und gestischen Rolle der Hand in der zeitgenössischen Kunst handelt. Der Kurator und Autor Pádraic E. Moore wird eine Collage aus gesprochenem Wort, Musik und Bewegtbildern präsentieren. Bei dieser Präsentation werden Auszüge aus einem kürzlich von Moore über die Arbeit Atashis geschriebenen Essay vorgetragen; er fokussiert in seinem Vortrag das dekadente Erscheinungsbild der Arbeit der Künstlerin wie auch ihre Tendenz zur Kombination natürlicher und synthetischer Materie. Valerio Del Baglivo, Gründer des The Institute of Things to Come, wird über die Praxis des Wander-Instituts sprechen, das auf die Erforschung von Futurologie und spekulativer Imagination abzielt. Sophie Tappeiner wird kurz über die Arbeit Angelika Loderers sprechen und dabei Einblicke in ihren Produktionsprozess geben. Diese Einblicke werden von Florian Langhammer, Chefredakteur der Kunstplattform Collectors Agenda, erweitert, der eine Edition skulpturaler Arbeiten der Künstlerin vorstellt. Der Lunch wird von der Künstlerin Fiona Hallinan vom Department of Ultimology zubereitet, die außerdem eine kurze performative Demonstration zeigt und schlussendlich einen saisonalen und wärmenden Wintercocktail produziert.

Zur Buchung eines Platzes im Lunch and Talks-Programm mailen Sie bitte an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst. und lassen Sie sich ihre Teilnahme bestätigen. Die Anmeldung ist kostenlos, aber es gibt nur begrenzte Plätze und die Mitglieder des Grazer Kunstvereins werden bevorzugt behandelt.

Lunch and Talks: In anticipation of leftovers wird freundlicherweise von der Irischen Botschaft in Wien unterstützt.