grazerkunstverein
(Ausstellung)
Martin Maloney
18. September – 13. Dezember 2026
Der Grazer Kunstverein freut sich, Martin Maloney, die erste umfassende institutionelle Ausstellung zum Werk des Konzeptkünstlers Martin Maloney (1938–2003) zu präsentieren. Die Ausstellung ist vom 18. September bis zum 13. Dezember 2026 zu sehen.
Als die Konzeptkunst im New York der 1960er-Jahre Gestalt annahm, war Maloney eine Schlüsselfigur und Teil dessen, was man die Wiege der Bewegung nennen kann. Er war 1966 an Seth Siegelaubs Gruppenausstellung The 25 Show: Painting and Sculpture und weiteren einflussreichen Shows beteiligt und stellte in der Galerie Konrad Fischer aus. Für eine Zeit lang teilte er sich ein Atelier mit Lawrence Weiner in der Bleecker Street. Maloney war nicht nur gut vernetzt, sondern erhielt auch Weihnachtskarten von Sol LeWitt und laut seinen Notizbüchern sogar „Komplimente” von Dan Graham, der einmal sagte: „Maloney, wenn du jemandem ein Messer in den Rücken stichst, dann schau ihm dabei wenigstens in die Augen.“ Allen allgemein gültigen Maßstäben nach zu urteilen, brachte er also alle notwendigen Voraussetzungen mit, um wie die anderen hier gelisteten Protagonisten der Konzeptkunst zu einer kunsthistorisch bedeutenden Figur zu werden. Doch schon bald zog sich Maloney mehr und mehr zurück und wandte sich fortan aktiv gegen die Netzwerke, Institutionen und Konventionen, die sich rund um die Konzeptkunst bildeten.
Seine künstlerische Praxis als solche bietet eine ungewöhnlich aufschlussreiche Fallstudie über die Mechanismen der Kunstgeschichte. Maloneys Abwesenheit aus dem etablierten kunsthistorischen Kanon wirft Fragen dazu auf, unter welchen Bedingungen man sich in diesem halten kann. Es gilt: Sich schön an die Regeln halten! Wir stellen den Künstler nicht wieder auf das Podest, auf dem er offenbar nie stehen wollte. Stattdessen schlagen wir vor, anhand seines Werks das Podest selbst zu betrachten: Wer errichtet es, wer wird eingeladen, darauf zu stehen, wer berichtet darüber, wer schreibt die Bücher und was passiert eigentlich, wenn jemand sich diesem verweigert – wie Maloney es so häufig tat? Diese Ausstellung bringt einige von Maloneys eindringlichsten Arbeiten, darunter Sprachzeichnungen, seine Serie Designation Deposits und Reject Object (1967–2001), Künstlerbücher, Performances wie 5 Days and 5 Nights (1971) sowie Formen des Austauschs zusammen, die rotieren konnten, ohne notwendigerweise jene Art von Objekt, Karriere oder Ruf hervorzubringen, die die Kunstwelt besonders im Blick behält.
Die Ausstellung in Graz ist Teil eines umfassenderen internationalen Projekts rund um Maloneys künstlerisches Schaffen, in dessem Zentrum eine umfangreiche neue Publikation über den Künstler steht. Ausgehend von Graz verfolgt das Projekt die besonderen geografischen Kontexte, die Maloneys Leben geprägt haben und in seiner Praxis nachwirkten. Im Jahr 2027 wird das Projekt in New York und in Antwerpen im M HKA fortgesetzt.
Martin Maloney wird von Yana Foqué kuratiert und herausgegeben und ist die erste große Ausstellung und Publikation ihres Programms seit ihrer Ernennung zur künstlerischen Leiterin des Grazer Kunstverein im Januar 2026.
Der Grazer Kunstverein dankt der Stadt Graz (Kultur), dem Land Steiermark (Kultur, Europa, Sport), dem Bundesministerium (Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport), legero united the shoemakers | con tempus.eu, der AVL List GmbH, Burgflorist, der Industriellenvereinigung Steiermark, Kai 36, dem Weingut Krispel, Source Type, der Weitzer Hotels BetriebsgesmbH sowie den Mitgliedern des Grazer Kunstvereins für ihre Unterstützung.
Unser besonderer Dank gilt Simone van den Ende, Max Maloney, Sander Dols, Corinne Groot und Rob van de Ven für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen in dieses Projekt.
01Courtesy des Estate Martin Maloney
